Dienstag, 24. November 2015

Hamburger Jihadist in IS-Propagandavideo zu sehen

"Wir gegen Alle", so lautet die Botschaft in einem neuen Propagandavideo des sog. Islamischen Staats (IS). Unter dem Titel "No Respite America", fordert das Terrornetzwerk die Welt zum offenen Kampf heraus. Aufwendige Bildmontagen und Animationen im Video sollen zeigen, wie mächtig der IS mittlerweile geworden ist.

"Unser Territorium ist größer als das von Großbritannien, acht mal größer als Belgien und 30 mal größer als Katar", prahlt ein Sprecher in dem 4-minütigen Film. Der IS fuße auf der Methodologie des Propheten und folge der Tradition von Koran und Sunnah. 

Anders dagegen die säkularen Staaten. Diese würden von "Lügnern", "Hurenböcken" und "Konzernen" regiert, für deren Interessen ihre Soldaten kämpfen müssten. Die Kämpfer des IS hätten sich aber dem Islam verschrieben und unter einem Banner versammelt, um Nationalismus und die Grenzen des Sykes-Picot-Abkommens zu begraben. "Das ist die Quelle unseres Ruhms!".

"Lies!"-Aktion: Prediger Abou Nagie/Matthew B.
Gezeigt werden in dem Video auch mehrere Hochglanzbilder mit strahlenden IS-Kämpfern. Darunter ist auch der Hamburger Matthew B. zu erkennen. Der Deutsch-Brite reiste mit einer Gruppe von Jihadisten 2014 nach Syrien aus, kämpfte unter anderem in Aleppo und Deir Ezzor. 

Im Juli dieses Jahres gerieten er und der ebenfalls aus Hamburg stammende Florim Z., der Siegener Majdi J. und der Bochumer Marwin R. im  Umland von Ramadi in einen Hinterhalt der irakischen Armee. Während B. überlebte, starben die drei anderen nahe des Euphrats.

In den letzten Wochen und Monaten war es um den Anfang 20-Jährigen ruhig geworden. 

Mutmaßlich radikalisierte sich Matthew B. im Umfeld der Hamburger Taqwa-Moschee, wohin er oft zum beten ging. Auch bei der "Lies!"-Aktion hatte sich B. schon im Jahr 2013 beteiligt. Es war wohl sein Einstieg in die Szene.