Dienstag, 3. November 2015

Deutsche IS-Anhänger bestätigen: Denis Cuspert am Leben

Der Berliner Jihadist Denis Cuspert soll am Leben sein. Das vermeldete nun offiziell ein IS-Kanal der deutschen Sektion. Damit bestätigen sie einen Bericht von "Erasmus Monitor" in der vergangenen Woche, in dem erhebliche Zweifel an den vorschnellen Todesmeldungen geäußert wurden.

In der vergangenen Woche meldete das US-Verteidigungsministerium im Pentagon, dass der Deutsche, Denis Cuspert, durch einen Luftschlag am 16. Oktober ums Leben gekommen sei. Weltweit griffen Medien den Bericht auf und übernahmen die Einschätzung, dass Cuspert de facto nicht mehr lebe.

Am letzten Donnerstag jedoch, dementierten Quellen von "Erasmus Monitor" die Berichte. Cuspert, so sein nahes Umfeld, sei bei dem Angriff schwer verletzt worden und liege im Koma. Neuere Aussagen lassen sogar daran zweifeln, dass Cuspert überhaupt verletzt wurde. Die Informationen ließen sich freilich genauso wie der Pentagon-Bericht nicht überprüfen. Die Tagesschau und der Bayrische Rundfunk hatten den Bericht des Blogs aufgegriffen.

Auch nach drei Wochen seit dem US-Luftschlag, fehlen jegliche aussagekräftigen Beweise, dass der 40-Jährige, der sich Abu Talha al-Almani nennt, tatsächlich getötet wurde. Deutsche wie international agierende IS-Propagandakanäle blieben trotz der weltweit verbreiteten Todesmeldungen bisher stumm. Gegenüber "Erasmus Monitor" vermuteten Experten, dass der kritische Zustand des Deutschen den IS dazu veranlasst haben könnte, den weiteren Verlauf der Genesung zunächst abzuwarten.

Deutsche Sicherheitsbehörden hatten immer wieder davor gewarnt, vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Auch nachdem Pentagon-Sprecherin Elissa Smith am vergangenen Donnerstag Cusperts Tod verkündet hatte, lagen den Deutschen keine eigenen Erkenntnisse vor.

Nun hat erstmals ein offizieller Mediendienst deutscher IS-Kämpfer bestätigt, dass Cuspert den Angriff offenbar überlebt hat. Auf Twitter ließ der einschlägig bekannte Propagandakanal "Al-Mourabitoun Media" heute verlautbaren: 

Der Kanal wurde mittlerweile gelöscht

Weiter schrieb der Kanal, dass das eigentliche Ziel der Luftschläge der tunesische IS-Prediger Sheikh Kamal Zarrouk gewesen sei, der tatsächlich am 16. Oktober bei Tabqa womöglich durch genau diesen Luftschlag ums Leben kam, der nach Meinung des amerikanischen Verteidigungsministeriums  und internationaler Medien auch Denis Cuspert getötet hatte.

Sollte sich das Dementi bewahrheiten, wäre dies eine Blamage für das Pentagon. Schon mehrere Male hatten sich US-Geheimdienste bei der Bestätigung von Todesfällen ranghoher IS-Kämpfer geirrt. Viele Leitmedien folgten der Erklärung der US-Regierung und erklärten den Deutschen inklusive zahlreicher Nachrufe für tot. Doch Cuspert, über dessen unzählige Todsagungen mittlerweile gewitzelt wird, scheint wohl noch zu leben.

Anmerkung: Das Blog weist nochmals darauf hin, dass die hier wiedergegebenen Informationen weder unabhängig überprüfbar sind (Syrien), noch seitens Behörden bestätigt wurden.