Sonntag, 24. Mai 2015

Was ist "Erasmus Monitor"?



Wer oder was ist "Erasmus Monitor" und wofür steht das Blog?

Zunächst einmal: Es handelt sich um einen nicht-kommerziellen Blog. Weder verfolgen die Betreiber irgendwelche Gewinnziele, noch möchten sie in irgend einer Form davon profitieren. Informationen werden frei zur Verfügung gestellt. Es wird ausdrücklich betont, dass politische oder religiöse Motive bei unserer Arbeit keine Rolle spielen. Rassismus und Islamophobie werden genauso strikt abgelehnt wie übersteigerter Nationalismus und religiöse Militanz (das gilt für jede Religion und jeden Kulturkreis). 

Im salafistischen Spektrum gibt es unterschiedliche Strömungen. Zwar sind die Grenzen zwischen diesen Gruppen häufig fließend, doch der Großteil der salafiyya lehnt die politische und religiöse Missionierung mit Hilfe von Gewaltmitteln ab. Das Blog konzentriert sich darauf, Entstehungszusammenhänge und Ausprägungen des militanten Salafismus zu beobachten und zu beschreiben.

Der syrische Bürgerkrieg hat in den letzten vier Jahren eine Ausreisewelle deutscher Djihadisten mitverursacht, deren wahres Ausmaß selbst von den Sicherheitsbehörden bisher kaum zu überblicken ist. Dort setzt das Blog sowohl unter forschungspraktischen wie journalistischen Gesichtspunkten an. Es gilt zu klären, wer sich welcher djihadistischen Bewegung anschließt und warum, welche Ziele diejenigen verfolgen und inwiefern sozio-ökonomische, kulturelle und politische Gründe als Ursachenfaktoren in Frage kommen könnten.

"Erasmus Monitor" ist entgegen der Propaganda von Islamisten keine Plattform von "V-Männern" und Denunzianten, deren Ziel es ist mögliche Informanten oder Quellen an Sicherheitsbehörden zu verraten oder zu diskreditieren. Sogenannte "verdeckte Rechercheaccounts" (Fake-Profile) auf Twitter oder Facebook dienen lediglich der stillen Beobachtung der djihadistischen Szene, die hauptsächlich konspirativ und im Untergrund agiert.  

Nur in absoluten Ausnahmefällen und nur auf Betreiben seitens Informanten oder anderen Zuträgern, reagiert "Erasmus Monitor" mittels der Accounts, ernstzunehmenden Hinweisen aktiv nachzugehen. Dazu gehören primär die Prüfung ungeklärter Todesfälle (die natürlich unabhängig davon geprüft werden), eine unmittelbare Bedrohungslage für Menschenleben oder die Involvierung von Kindern und Jugendlichen. Für diese Fälle behält sich "Erasmus Monitor" zudem das Recht vor, im Zweifel Behörden oder Beratungsstellen zu kontaktieren, um potenzielle Notsituationen oder Gefährdungslagen zu prüfen und falls notwendig zu verhindern.

Das Blog verfügt mittlerweile über ein Netzwerk von Informanten, die bei der Arbeit der Blogbetreiber mithelfen und Informationen "liefern" können. Namen und Quellen werden aus Gründen der Anonymität, den gesetzlichen Bestimmungen und der Sicherheit gar nicht oder nur sehr selten genannt.

Die Blogbetreiber appellieren daher insbesondere an Journalisten, aufgegriffene Sachverhalte selbst genauestens zu überprüfen, bevor sie Artikel veröffentlichen. Sie sollten sich nicht auf anonyme Blogs blind verlassen, deren Quellen und Urheber nicht bekannt sind. Dazu gehört ebenfalls die Übernahme ganzer Artikelpassagen in eigenen Berichten, ohne dabei den Urheber zu nennen.

"Erasmus Monitor" versucht die Informationen im Rahmen der Möglichkeiten genau zu prüfen, schließt explizit aber auch nicht Fehler aus. Im Gegensatz dazu haben budgetierte Journalisten und Medien mit großer Reichweite eine besondere Verantwortung und haften im Zweifelsfall für ihre Berichterstattung. Der Pressekodex sollte hier Maß aller Dinge sein.